Constanze von Wrangel

Constanze von Wrangel

Constanze von Wrangel studierte Geographie und Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und schloss das Studium mit dem Bachelor of Arts im Fach Geographie ab. In ihrer Abschlussarbeit beschäftigte sie sich mit der Planbarkeit kreativer Milieus in städtischen Quartieren am Beispiel des Dortmunder U und der umliegenden Stadtviertel.

Anschließend erfolgte der Wechsel an die Universität Bremen und der Abschluss im Fach Stadt- und Regionalentwicklung (M. A.) am dortigen Institut für Geographie. Ihr Forschungsinteresse während dieser Zeit galt der Cluster- und Innovationspolitik, der europäischen Regionalpolitik und der kommunalen Wirtschaftsförderung zur Förderung strukturschwacher Stadtteile und Regionen. Sie war studentische Mitarbeiterin am Centre for Regional and Innovation Economics der Universität Bremen.

Ihr methodisches Interesse galt sehr früh der qualitativen Sozialforschung. Für beide Abschlussarbeiten arbeitete sie mit narrativen Interviews und war in ein umfassendes qualitatives Forschungsprojekt zur Bedeutung von Kulturveranstaltungen in benachteiligten Stadtteilen eingebunden.

Nach ersten Berufsjahren außerhalb der Universität ist sie zurzeit Doktorandin am Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum und promoviert im Fach Geschichtswissenschaft zur Bedeutung von Industriekultur für die regionale Identitätsstiftung im Ruhrgebiet. Es ist ihr ein Anliegen, in ihrer Forschung die Erzählungen „von unten“ zu stärken.

 

Identitätsstiftung über regionale Kulturpolitik? Kulturpolitische Initiativen im Ruhrgebiet und ihre Resonanz in der Bevölkerung seit den 2000er Jahren

In ihrem Promotionsprojekt untersucht Constanze von Wrangel die Bedeutung von Industriekultur für die regionale Identitätsbildung des Ruhrgebiets in der Zeit nach dem Strukturwandel. Dabei nimmt sie zum einen Bezug auf die Industriegebäude selbst, die sie als wichtige materielle Ressource für das regionale Selbstverständnis der Region versteht. Zum anderen untersucht sie die Rezeption von Narrativen und Mythen, die sich aus der Montangeschichte speisen und die als immaterielle Ressource in die Konstruktion gegenwärtiger und zukünftiger regionaler Identitäten eingehen. Um sich dem komplexen Prozess regionaler Identitätsbildung zu nähern, stellt sie die offiziellen Narrative über das industrielle Erbe im Ruhrgebiet der Rezeption durch die lokale Bevölkerung gegenüber und berücksichtigt dabei auch individuelle, lebensgeschichtliche Bezüge ihrer Interviewpartner*innen.