Amelia Hutchinson
Amelia ist Postdoktorandin im Leibniz-Projekt „Commodity Frontiers in Eastern Europe“ (COMFREE) und arbeitet am Deutschen Bergbaumuseum an ihrem Teilprojekt „Bergbaugrenzen im Königreich Ungarn, 16.–18. Jahrhundert“ (Projektleiterin: Tina Asmussen).
Nach Abschluss ihres Bachelor- und Masterstudiums an der Universität Cambridge verteidigte sie im Februar 2026 an derselben Einrichtung ihre Doktorarbeit. In ihrer unter der Betreuung von Ulinka Rublack verfassten Dissertation untersuchte sie, wie die materiellen und diplomatischen Netzwerke des Augsburger Kaufmanns Philipp Hainhofer im 17. Jahrhundert durch medizinisches Wissen und medizinische Praxis geprägt waren. Während ihrer Promotion war Amelia Leibniz-Stipendiatin für Museen und Sammlungen am Deutschen Bergbaumuseum und Doktorandin an der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel. Sie unterrichtete Studierende in den Kursen „Europa in der Welt“, „Materielle Kultur in der Frühen Neuzeit“ und „Einführung in das historische Denken“. Amelias Arbeiten wurden in „German History“ (Artikel des Jahres 2024) und im „Historical Journal“ veröffentlicht.
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Forschungsinteressen
Amelias Forschung untersucht die Beziehungen zwischen Akteuren: Menschen, Tieren, Metall und Mineralien. Sie kombiniert Methoden und Quellen – von gedruckten Texten und Manuskripten über Bildanalyse, Objektuntersuchung, historische Rekonstruktion bis hin zur chemischen Analyse –, um der Frage nachzugehen, wie und warum wir in einer Welt zu existieren begannen, die Natur und Kultur bis hin zu einer unausweichlichen Krise voneinander getrennt hat. Ihr besonderes Interesse gilt der Erzählung von protoindustrieller, protokapitalistischer Produktion in der Frühen Neuzeit, die rückwirkend lineare, teleologische „Entwicklungs“-Erzählungen vom 16. Jahrhundert bis zur „Moderne“ nachzeichnet.
Ihre Forschung stellt dies in Frage und deckt auf, wie frühneuzeitliche Bergbaugemeinden in Europa nicht nur von den Zielen der Gewinnerzielung und technologischen Innovation bestimmt wurden, sondern auch von einem kosmologischen System, das alchemistisches, astrologisches und spirituelles Wissen und Praktiken in den Vordergrund stellte, welche auf der untrennbaren Verbundenheit von Körpern und Welt beruhten. Insbesondere untersucht ihre Forschung, inwiefern sich die Praktiken der Rohstoffgewinnung innerhalb dieses umfassenderen kosmologischen Rahmens auf die Besonderheiten von Landschaft und Umwelt bezogen.