Ronja Lau
Ronja Lau (geb. am 26. Januar 1994) schloss ihr Bachelor- und Masterstudium in Urgeschichte an der Freien Universität Berlin ab und ist derzeit Doktorandin am Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum und am Naturhistorischen Museum Wien.
Der Schwerpunkt ihrer Forschung lag stets auf der textilarchäologischen Forschung in Mitteleuropa. Derzeit arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit mit dem Titel „Textilarchäologische Analysen von Funden aus dem Salzbergwerk Dürrnberg“, in der sie die einzigartige Sammlung textiler Funde aus dem Salzbergwerk Dürrnberg untersucht. Diese Arbeit wird durch ein Promotionsstipendium der Deutschen Nationalen Akademischen Stiftung gefördert.
Wichtige Veröffentlichungen:
R. Lau, Mineralisierte Textilreste aus hallstattzeitlichen Gräbern in Slowenien (Wien 2021).
R. Lau, Textile archaeological analyses of the finds from the Dürrnberg salt mine. Archaeological Textile Review, 66, 2025, 92-96.
R. Lau, Fifty shades of blue, The textile archaeological analyses of the finds from the Iron Age salt mine Dürrnberg – An overview of the project’s goals, methods and work status (NESAT 2024) (in press)
Forschungsinteressen
Diese Aspekte meiner Forschung spiegeln sich insbesondere in den Reform-Forschungsbereichen wider, die sich auf „Ressourcen und Wissen“ konzentrieren. Im Bereich der Textilproduktion und -tradition der Eisenzeit in Österreich und Deutschland – einem Gebiet, das bislang relativ wenig Beachtung gefunden hat – hat meine Arbeit einen klaren Schwerpunkt.
Textilien spielen – und spielten schon immer – eine bedeutende Rolle bei der Identitätsbildung in prähistorischen Gesellschaften. Kleidung vermittelt in der Regel nonverbal eine Reihe von Botschaften, die sowohl innerhalb einer Gemeinschaft als auch darüber hinaus verstanden werden können. Kleidung sagt in Kombination mit Schmuck oder anderen Formen der Körpermodifikation grundsätzlich immer etwas über die eigene Identität aus. Das Reform-Forschungsfeld „Ressourcen und Identität“ entspricht diesem Bereich meiner Forschung.
Da die Textilproduktion in den Gesellschaften Mitteleuropas der Eisenzeit eine bedeutende Rolle spielte, umfasste sie auch viele Aspekte des Alltagslebens. Nicht nur die Textilfunde selbst liefern Einblicke in die Produktion; auch Textilwerkzeuge wie Spinnwirtel, Webgewichte und Spinnröhren sind in den Funden aus Dürrnberg vertreten. Sie sind unverzichtbar, um die im Alltag der Bevölkerung verrichteten Arbeiten zu verstehen und zu unterscheiden, welche Aufgaben tatsächlich vor Ort erledigt wurden und welche aufgrund fehlender Ressourcen oder ähnlicher Faktoren ausgelagert wurden. Auch der Abschnitt „Ressourcen und Lebenswelten“ greift dieses Thema auf und lenkt das Forschungsaugenmerk auf einen weitaus umfassenderen wirtschaftlichen Mechanismus in der Textilproduktion am Dürrnberg.