Frederike Victoria Lange

Frederike Victoria Lange

Frederike Victoria Lange ist Kulturgeografin und derzeit Doktorandin am Deutschen Bergbaumuseum Bochum. Sie hat einen Master of Arts in Kulturgeografie von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo sie den FGG-Preis für die beste Abschlussarbeit des Jahres erhielt, sowie einen Bachelor of Science in Geografie von der Universität Leipzig. Seit Mai 2025 arbeitet sie im Rahmen eines von der DFG und dem AHRC geförderten Projekts, das sich mit den sozio-natürlichen Landschaften von Rohstoffgewinnung und Umweltverschmutzung befasst, unter der Betreuung von Jun.-Prof. Dr. Tina Asmussen. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Sozialgeographie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Neben ihrer Promotion ist Lange Projektleiterin einer kunstbasierten Forschungsinitiative zum Uranabbau im Erzgebirge, was ihr facettenreiches Engagement in den Bereichen Geschichts- und Kulturgeographie unterstreicht.

Forschungsinteressen

Langes Forschungsschwerpunkt liegt auf den langfristigen ökologischen und gesellschaftlichen Folgen der Rohstoffgewinnung, insbesondere auf den toxischen Altlasten des Bergbaus in Regionen wie dem Harz und dem deutsch-tschechischen Erzgebirge. Ihre Dissertation befasst sich konkret mit der historischen Boden-, Wald- und Wasserverschmutzung in der Harzlandschaft vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sie untersucht diese ökologischen Realitäten mit einer interdisziplinären Methodik, die archivhistorische Rekonstruktion, GIS-basierte Kartografie und Vor-Ort-Begehungen mit Interviews kombiniert. Ihre Arbeit stellt auf faszinierende Weise die idealisierten Vorstellungen vom Harz in der romantischen Literatur, wie beispielsweise in Heines „Die Harzreise“, den in Bergbauarchiven dokumentierten materiellen und ökologischen Schäden gegenüber. Mit ihren Untersuchungen möchte sie zu mittelfristigen Theorien über ressourcenbezogene Transformationen beitragen, indem sie die komplexen Schnittstellen zwischen Ressourcen, regionaler Identität und Umweltwissen untersucht.